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Professor Mehta untersucht das Zusammenspiel von Poesie und Politik in den Kolonien und ehemaligen Kolonien Englands, Frankreichs und Spaniens während der Ära der Entkolonialisierung. Die Jahre zwischen 1914 und 1950 fallen mit dem Aufkommen des Nationalismus zusammen und bilden eine Brücke zwischen kolonialer und postkolonialer Literatur. Viele der Dichter, die sich im Kampf für die Entkolonialisierung engagierten, wurden zur Stimme ihrer jeweiligen Nationen. Sowohl auf politischer als auch auf sprachlicher Ebene offenbart ihre Poesie einen Kampf um Unabhängigkeit und Selbstdefinition. Die modernistische Form spielt in diesem Kampf eine entscheidende Rolle. Diese Dichter lassen sich nicht losgelöst von ihrem Engagement für die individuellen Kämpfe ihrer Länder um politische und kulturelle Freiheit lesen. Yeats und Tagore definierten zu Beginn des 20. Jahrhunderts die irische bzw. bengalische Dichtung neu, als Gegenbewegung zur britischen Kolonialpräsenz; die Dichtung von Senghor und Césaire schuf das Konzept der Négritude als Reaktion auf Frankreichs Politik der Assimilation seiner Kolonien; und Neruda stiftet in seiner Dichtung, lange nach der Unabhängigkeit von Spanien, eine Identität für Chile und Lateinamerika, die europäische und nordamerikanische Traditionen in Frage stellt.