Ia Gogiashvili / Victoria Akopova
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Sprache vermittelt nicht nur propositionalen Inhalt, sondern strukturiert auch psychologische Distanz, emotionale Beteiligung und die Zuweisung von Verantwortung. Diese Studie konzeptualisiert direkte und indirekte Rede neu als kognitiv-emotionale Strategien und nicht als rein grammatikalische Transformationen. Auf der Grundlage von Psycholinguistik, kognitiver Psychologie, Erzähltheorie und Gedächtnisforschung schlägt die Studie das Modell der Sprachdistanzverarbeitung (SDP) vor. Das Modell erklärt, wie indirekte Rede empathische Beteiligung, emotionale Intensität und Gedächtnisrekonstruktion moduliert. Die direkte Rede fungiert als Mechanismus der emotionalen Simulation, der die psychologische Distanz verringert und die affektive Resonanz verstärkt. Die indirekte Rede wirkt als kognitive Vermittlung, erhöht die Distanz und unterstützt die emotionale Regulierung sowie die Modulation der Verantwortungszuschreibung. Die Studie formuliert experimentell überprüfbare Hypothesen und schlägt ein gemischtfaktorielles Versuchsdesign vor, um emotionale Intensität, Empathie, Verantwortungszuschreibung und Gedächtnisvividität zu bewerten. Die Ergebnisse sollen einen interdisziplinären Rahmen liefern, der grammatikalische Form mit kognitiver und affektiver Verarbeitung verknüpft.