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Auch wenn es nach der Unabhängigkeit in vielen westafrikanischen Ländern politisch nicht korrekt war, die traditionelle Medizin angesichts der verteidigten Identitätswerte zu verbieten, hielt die Marginalisierung dieser traditionellen Medizin, die sie während der Kolonialisierung erfahren hatte, in der Praxis an und besteht auf heimtückische Weise fort. Da echte Zusammenarbeit eher von den Akteuren vor Ort als von Gesetzestexten ausgeht, zielt die vorliegende Arbeit darauf ab, die mögliche Zurückhaltung der Ärzte gegenüber dieser Zusammenarbeit aufzuzeigen, ausgehend von Hypothesen wie der Unkenntnis der Geschichte der Medizinwissenschaft, der Verteidigung der Interessen der Zunft oder dem absoluten Vertrauen in die Wissenschaft als Determinanten ihrer Haltung. Auf der Grundlage einer Methodik, die sowohl quantitative als auch qualitative Methoden kombiniert, kommt diese Arbeit zu dem Schluss, dass im Rahmen der Ausbildung von Ärzten bewusst die Entscheidung getroffen wurde, die Vorrangstellung der modernen Medizin durchzusetzen, indem man einfach bestimmte Inhalte in die Lehrpläne aufnimmt oder weglässt.