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2 Schon im 17. Jahrhundert beginnt der Staat unter dem Druck der militärischen Zusammenstöße mit Polen und Schweden die ökonomische Entwicklung des Landes selbst anzuregen, den Handel und das Hand werk zu fördern. Waren dabei auch nur militär-technische und fiskalische Zwecke maßgebend, so hat doch die russische Regierung eine bedeutende Rolle in der Entwicklung des russischen Wirtschaftslebens gespielt. Vor allem das Protektionssystem hatte eine besondere Bedeutung für den Charakter und den Aufschwung der russischen Industrie. Die Hauptprinzipien der Industriepolitik Peters des Großen waren: das Verbot der Ausfuhr von Rohmaterialien, die Einführung eines hohen Zolltarüs, die Unterstützung der heimischen Industrie durch Staats aufträge. Die größten Fabrikunternehmungen : Gewebe-, Kanonen-, Guß-, Tuch- und Papierfabriken lieferten ihre Produkte dem Staate. Der Tarü von 1724 belegte alle Waren, deren Produktion in Rußland einigermaßen entwickelt war, mit einem Zoll bis zu 50-75% des Wertes. Unter den Fabriken, die zur Zeit Peters des Großen entstanden sind, gab es ziemlich große Betriebe; so beschäftigte die Staatssegeltuchfabrik zu Moskau 1162 Arbeiter. Auch bedeutende Fabriken gab es zur petri nischen Zeit in Moskau: so beschäftigte die Seidenmanufaktur der Gesellschaft Evreinow 1728 etwa 1500 Arbeiter!). Diese Politik Peters des Großen führte zur Entstehung der russischen Großindustrie. Doch konnte diese sich nicht ganz entfalten; dazu fehlte vor allem die Arbeiterklasse. Die Dorfbewohner waren zur Zeit Peters Leibeigene des Staates oder der Grundherren; die städtische Bevölkerung war sehr gering und bestand z. T. gleichfalls aus leibeigenen Elementen.