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Inhaltsangabe:Einleitung: Ein Kind ist ein vollwertiger Träger eigener Menschenwürde und hat als Grundrechtsträger Anspruch auf den Schutz des Staats. Die allgemein anerkannten Werte wie Achtung vor dem Leben, körperliche Unversehrtheit, Recht und Gerechtigkeit gelten auch und insbesondere für das Kind und sind ihm rechtlich zugesichert. Ein Kind ist darauf angewiesen, dass Eltern ihre eigenen Belange in Einklang bringen mit den Bedürfnissen des Kindes, so dass dieses in seiner Entwicklung keinen Schaden nimmt. Ist sein körperliches, geistiges oder seelisches Wohl gefährdet, so ist alles daran zu setzen, die Gefährdungslage dieses Kindes durch geeignete Maßnahmen abzuwenden und ihm den erforderlichen Schutz zu gewähren. Dieser Begriff der Kindeswohlgefährdung, der sich wie ein roter Faden als Leitlinie des Handelns durch die vorliegende Arbeit ziehen soll, wird wie folgt beschrieben: Kindeswohlgefährdung ist die Überforderung der Kompetenzen eines Kindes, vor allem der Kompetenzen, die ungenügende Berücksichtigung seiner Bedürfnisse in seinen Lebensbedingungen ohne körperliche und/oder psychische Folgen zu bewältigen. Dass die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen kein Randthema unserer Gesellschaft ist, beweisen die entsprechenden statistischen Daten. Jährlich müssen etwa 5.000 Kinder aus ihrer leiblichen Familie herausgenommen werden. Sie werden aufgefangen vom System der Kinder- und Jugendhilfe, dessen wesentliche Säulen die Heimerziehung und das Pflegekinderwesen sind. Ich habe lange Jahre als Erzieherin in verschiedenen Heimen gearbeitet, also diese Form der Kinder- und Jugendhilfe sehr gut kennengelernt und mitgestaltet. Dort hatte ich viele Kontakte mit Kindern, die in Pflegefamilien vermittelt wurden oder auch wieder aus solchen zurückkamen. Ich habe persönliches Leid und Freude miterlebt, z.T. bestehen Verbindungen zu Kindern über Jahre hinweg. Sie schreiben Briefe, rufen an und besuchen ihre ehemaligen Erzieher, und man kann ihre Entwicklung ein