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Mitte der 1990er Jahre schlug der Politikwissenschaftler Robert Axelrod ein Modell der kulturellen Verbreitung vor, in dem Akteure lokal nach den Prinzipien der Homophilie und sozialen Einflussnahme interagieren, um die Frage zu beantworten: „Wenn Menschen miteinander interagieren und durch diese Interaktion ähnlicher werden, warum gibt es dann kulturelle Unterschiede in unserer Gesellschaft?'. Jeder Akteur wird als Element einer Matrix betrachtet und durch eine Liste von F kulturellen Merkmalen modelliert, von denen jedes q mögliche Zustände annehmen kann. Die anfänglichen kulturellen Identitäten jedes Akteurs werden zufällig mit gleicher Wahrscheinlichkeit für die q^F verschiedenen Identitäten definiert. Im eindimensionalen Modell mit F=q=2 zeigen Monte-Carlo-Simulationen jedoch eine Konvergenz zu monokulturellen Konfigurationen bei etwa 30 % der Auswahlen der Anfangsbedingungen, während die exakten analytischen Ergebnisse darauf hindeuten, dass eine monokulturelle Konvergenz immer stattfinden sollte. In diesem Buch zeigen wir, dass die Diskrepanz zwischen den Simulationen und den exakten Ergebnissen auf die Nichtkommutativität der thermodynamischen Grenze zurückzuführen ist, bei der die Größe des Netzwerks gegen unendlich tendiert, sowie auf die asymptotische Zeitgrenze.