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Studienarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik, Note: 1,3, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Veranstaltung: HS/OS Verbsemantik, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Zusammenhang zwischen Semantik und Syntax steht heutzutage im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Diskussion. Mehrere Theorien nehmen sich zum Ziel, Probleme der Syntax-Semantik-Schnittstelle zu untersuchen. Eine der interessantesten Fragen ist die der Zuordnung von thematischen Rollen zu syntaktischen Funktionen im Satz. Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Problemfall, der das 1:1-Verhältnis zwischen Syntax und Semantik in Frage stellt und zwar: Konstruktionsvarianz bei psychologischen Verben. Unter psychologischen Verben (psychische Verben, psych-Verbs) im engeren Sinne versteht man Gefühlsverben wie ängstigen, fürchten, bewundern, lieben, hassen, anhimmeln, gefallen, mögen. Diese Verben bezeichnen Emotionen, Gefühle, psychische Zustände Aus der Bedeutung psychologischer Verben folgern 2 Argumente: Experiencer (Wahrnehmer) und Stimulus (Reiz, Auslöser) (1) a) Maria fürchtet Hans. b) Hans ängstigt Maria. In Bezug auf Ereignisstruktur zeichnen sich psychologische Verben dadurch aus, dass sie eine Konstruktionsvarianz aufweisen. Wenn man Beispielsätze 1a und 1b vergleicht, stellt man fest, dass zwei partiell synonymische Verben unterschiedliche Realisierungsmöglichkeiten haben. Im Satz 1a tritt Experiencer als Satzsubjekt auf, im Satz 1b wird Experiencer in der Objektposition realisiert. In dieser Hinsicht sind psychologische Verben ein Problem für Argumentselektion. Aufgrund der Unterschiede in der Argumentrealisierung unterscheidet man 2 Klassen der psychologischen Verben: • fürchten-Verben, Experiencer-Subjekt- oder Experiencer-Stimulus-Verben (weiter E-S-Verben): lieben, mögen, hassen, bewundern, fürchten, verabscheuen. • ängstigen-Verben, Experiencer-Objekt- oder Stimulus-Experiencer-Verben (weiter S-E-Verben): ängstigen, überraschen, langweile