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Das soziopolitische Bild Chiles scheint sich gewandelt zu haben. Soziale Mobilisierungen erschüttern das Bild der Zeit nach der Diktatur, das durch das Fehlen sozialer Konflikte im öffentlichen Raum geprägt war. Ihre Entfaltung führt zu politischen Umbrüchen, aber sie schaffen es nicht, das neoliberale Gesellschaftsmodell zu verändern. Die erschütterte politische und makroökonomische Stabilität des Landes verdeckt jedoch eine tiefe soziale Unruhe angesichts der neoliberalen Modernisierungsprozesse. Vor diesem Hintergrund haben prekäre Arbeitsverhältnisse eine beispiellose Ausbreitung erfahren. Der Archetyp dafür ist die Leiharbeit, deren tägliche Praxis nicht nur vielfältiges Leid, sondern auch einzigartigen individuellen und kollektiven Widerstand gegen die strukturelle Prekarität dieses Arbeitsverhältnisses zeigt. Diese Forschung beleuchtet die soziopolitische Bedeutung der Leiharbeit anhand einer Analyse der Erfahrungen von Arbeitnehmern in der Exportwirtschaft und der Subjektivierungsprozesse, die durch ihre gewerkschaftlichen Aktionen in Gang gesetzt wurden.