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Die pathologische Anatomie der Psychosen befaßt sich mit den bei Geisteskranken festzustellenden morphologischen Veränderungen des Gehirns. IA>gischerweise müßten wir mit der Erörterung des 'Gehirn- und Seele'-Problems beginnen. Es wäre dies ebenso logisch wie überflüssig. Denn der Zusammen hang zwischen Körper und Geist, die funktionelle Zuordnung des Psychischen zum Physischen ist für die naturwissenschaftliche Betrachtungsweise eine un erläßliche Voraussetzung, ein Postulat, kein Problem: ein psycho-physischer Zusammenhang - sei es kausale Bedingtheit, Parallelismus, Monismus oder irgendein anderer Beziehungsmodus - muß gegeben sein, wenn eine natur wissenschaftliche, d. h. objektivierende Behandlung psychischer Erscheinungen möglich sein soll. Und sie ist erfahrungsgemäß möglich. Auf einem recht langen Wege ist man dazu gekommen, im Gehirn das körperliche 'Organ' des Psychischen zu erblicken. So postulieren wir, daß psychische Phänomene, sowohl normale wie pathologische, mit materiellen Vorgängen im Gehirn irgendwie verknüpft sein müssen; fügen wir hinzu: im Sinne des wissenschaftlichen De terminismus gesetzmäßig verknüpft sein müssen. Doch kein Mißverständnis! Die Notwendigkeit einer gesetzmäßigen Be ziehung zwischen psychischen Phänomenen und materiellen Gehirnvorgängen sagt uns nichts über die Art dieser Beziehung. So wissen wir auch nichts darüber, ob relativ einfachen psychischen Erscheinungen einfache materielle Vorgänge, komplexen Erlebnissen quantitativ oder qualitativ gesteigerte Sub stanzveränderungen entsprechen. Man darf nicht vergessen, daß Psychisches und Physisches inkommensurabel sind, und nicht erwarten - wie dies eine verflossene Epoche tat - das materielle Substrat einer 'Empfindung' oder einer 'Vorstellung' zu finden.